Die Hoffnung liegt in der jungen Generation
1966 hat niemand geahnt, dass aus einer Studienreise von Jugendleiter*innen der Jugendverbände eine 50-jährige Partnerschaft zwischen Siegen-Wittgenstein und Emek Hefer entstehen würde. Auch nicht 1969, als die erste israelische Jugendgruppe nach Siegen kommt und 1970 eine Jugendgruppe aus Siegen-Wittgenstein in Israel zu Gast ist.
Der Jugendaustausch behält seine besondere Bedeutung für die Partnerschaft, auch wenn parallel dazu Erwachsenenprogramme, politische Delegationen und andere Aktivitäten stattfinden. Das mag auch daran liegen, dass die Motivation auf beiden Seiten vor allem darin bestand, der Jugend durch die Begegnungen Wissen über die Geschichte und Kultur zu vermitteln, Erfahrungen der Verständigung und der Freundschaft zu ermöglichen sowie die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und zur Völkerverständigung beizutragen.
Jede Jugendaustauschmaßnahme wurde (und wird) mit den Jugendlichen in Seminaren vorbereitet. Inhalte sind z.B. das Judentum als Religion, die Geschichte Israels bis hin zur Entstehung des Staates Israel 1948, der Zionismus und die Kibbuz-Bewegung, die Konflikte mit den arabischen Nachbarn, u.v.m. Die Jugendaustauschmaßnahmen waren und sind im besten Sinne des Wortes politische Bildung, mit dem Ziel des Abbaus von Vorurteilen, Feindbildern und der Entwicklung von Respekt.
Neben der intensiven Vorbereitung gab es ein weiteres wichtiges Strukturmerkmal des Jugendaustausches. Nach der ersten Maßnahme 1969, als die israelischen Jugendlichen in einer Jugendherberge in Siegen untergebracht waren, wurde die Unterbringung in Gastfamilien vereinbart, die bis heute umgesetzt wird, soweit das möglich ist.
Das Prinzip Gastgeber zu werden und Gast zu sein, ist eine der wichtigsten Entscheidungen in der Geschichte der Partnerschaft, die dazu geführt hat, dass so viele persönliche Beziehungen entstanden sind, die nicht selten ein ganzes Leben gehalten haben.
Jenseits von politischen oder pädagogischen Intentionen stellt die Erfahrung von Gastfreundschaft in einer Familie etwas dar, was durch nichts Anderes zu ersetzen ist. Das private, persönliche verbindet sich mit dem politischen und umgekehrt. Das erworbene Wissen, die Inhalte der Austauschprogramme sind nicht mehr zu trennen von der Erfahrung menschlicher Nähe mit Menschen eines anderen Landes, einer anderen Geschichte und einer anderen Kultur.
Als Dankeschön wurde der Leitung ein Fotoalbum geschenkt, mit Bildern und Texten der Teilnehmer*innen. Sie zeigen die Wertschätzung für das, was junge Menschen erleben
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