Erinnerung tut Not – Partnerschaft gestern und heute

Gemeinsam Gedenken

Manchmal fließen Tränen!

Jugendliche 2003 bei der gemeinsamen Gedenkfeier in Sachsenhausen

In all den Jahren der erfahrenen Gastfreundschaft in den Familien im Emek Hefer und in Siegen-Wittgenstein und der gemeinsamen Programme, gab es bis zum Ende der 1990er Jahre etwas Trennendes, nämlich dann, wenn es darum ging, der Opfer der Shoa zu gedenken. Man besuchte zwar gemeinsam Gedenkstätten, aber die Gedenkfeiern wurden nur von den israelischen Teilnehmer*innen durchgeführt. 

Die Deutschen waren nicht beteiligt. Sie standen abseits und waren nur Zuschauer. Hier blieb der Unterschied,; Deutsche, als Nachkommen aus dem Land der Täter und Israelis, als Nachkommen der Opfer. Können oder dürfen Nachkommen aus dem Land der Täter mit den Nachkommen aus dem Land der Opfer gemeinsam gedenken, vielleicht gemeinsam trauern? 

Für Heiner Giebeler, ab 1999 Israelbeauftragter des Kreisjugendringes und Yoni Scherzer, Vorsitzender des Austauschkomitees im Kreis Emek Hefer war die Antwort: JA!

„Ja, junge Menschen, die keine Verantwortung für das tragen was damals geschah, die versuchen zu verstehen was passierte und wie es dazu kommen konnte, die mit ihrer Teilnahme an einem Jugendaustausch mit Israel zeigen, dass es ihnen nicht egal ist, was geschah, die dürfen der Opfer gedenken, gemeinsam mit den jungen Menschen aus dem Land der Opfer.

Beteiligt an der Gedenkfeier – deutsche und israelische Jugendliche

Ja, man muss sich als würdig erweisen, um gemeinsam zu gedenken. „Immer wieder passiert es, dass sich deutsche und israelische Jugendliche nach einer Gedenkfeier in den Armen liegen und sich trösten. Es ist nicht das Ziel dieser Gedenkfeiern ‚Geschichte zu emotionalisieren, aber wenn jungen Menschen etwas zu Herzen geht, wenn sie sich von etwas berühren lassen, dann ist das so und es ist okay. Die Betreuer*innen sind sich bewusst, was an Emotionen ausgelöst werden kann und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung. 

Gedenkfeier der Jugendlichen des Jugendaustausches 2017 in der Gedenkstätte Sachsenhausen.

Zu den Programmen des Jugendaustausches gehört der Besuch einer Gedenkstätte und der Vorbereitung und Durchführung einer gemeinsamen Gedenkfeier. 

Sehen Sie Aufnahmen von der Gedenkfeier 2017 in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Das ist kein professionell erstelltes Video, sondern Aufnahmen, die die Jugendlichen selbst gemacht haben.

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