Die Bedeutung der Überlebenden der Shoa für die Partnerschaft

Josef Markus

 Mehr als ein Busfahrer

Josef Markus

Josef Markus wurde 1924 in einem Dorf bei Košice/Kassa (der heutigen Slowakei) geboren. 1944 kamen die Deutschen und trieben alle Juden in einer Ziegelfabrik zusammen. Von dort wurde Josef Markus in einem Viehwaggon, in dem 80 Menschen ohne Essen, Trinken und ohne Toilette zusammengepfercht waren, nach Auschwitz-Birkenau transportiert. Josef Markus war Häftling A 9317. Er überlebte. Seine ganze Familie wurde in der Shoa ermordet.

1949 wanderte er nach Israel aus und war Mitbegründer des Moschav Be’erotaim im Kreis Emek Hefer. Er arbeite als Fahrer im Moschav und später als Schulbusfahrer. In den 1970er und 1980er Jahren fuhr Josef Markus die deutschen Jugend- und Erwachsenengruppen bei ihren Aufenthalten durchs Land.

Josef Markus mit seiner Frau 1994 in Auschwitz

Werner Stettner, ehemaliger Vorsitzender der CJZ Siegerland, erinnert sich:„Wenn ich für den hageren, freundlichen Menschen, der uns jeden Tag wieder sicher und umsichtig durch den israelischen Straßenverkehr fuhr, eine prägende Charaktereigenschaft auswählen müsste, dann wäre es GÜTE. Es gibt Busfahrer, die befördern beliebige Menschen von A nach B. Dann gibt es Busfahrer, da ist man Fahrgast. Bei Josef Markus waren wir alle willkommene Gäste, die er umhegte und umsorgte. Er sah in uns die geschätzten Vertreter eines neuen Deutschlands und diese Wertschätzung ließ er uns jeden Tag wieder neu erleben. Danke Josef Markus.“ 

1994 reist Josef Markus in Begleitung seiner Frau und seines deutschen Freundes Helmut Peter nach Auschwitz, den Ort des Grauens, den er überlebte. 2003 kommt Josef Markus nach Siegen und wird durch viele Freunde im Ev. Gemeindehaus Martini empfangen. Seine Überlebensgeschichte hat er aufgeschrieben. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland veröffentlichte sie als Broschüre. Diese Broschüre steht als Download zur Verfügung.

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